Infraroteheizungen: Montageorte – Wie platziere und befestige ich eine Infrarotheizung

Infrarotheizung „Montageorte im Zimmer“
Grundsätzlich kann man Infrarotheizungen horizontal oder vertikal an einer Wand montieren.
Man kann Infrarotheizplatten entweder in Bodennähe (z.B. 5-10cm vom Boden entfernt)
oder wie ein Bild an einer Wand anbringen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit, Infrarotheizungen an der Decke zu montieren. Wenn es um Wände geht, stellt sich die Frage, was ist besser: Außenwand oder Innenwand?

In der Praxis muß man bzgl. der Montageorte eigentlich immer Kompromisse eingehen und sich
an den Gegebenheiten vor Ort, d.h. vor allem an der vorhandenen Möblierung, orientieren.

Grundsätzlich sind folgende Überlegungen gültig:
Platziert man Infrarotheizplatten in Bodennähe, wird zusätzlich auch ein entsprechend großer Bereich am Boden messbar temperiert. Da eine Infrarotheizplatte auch an der Rückseite etwas
erwärmt wird (kommt auf die Wärmedämmung der Infrarotheizplatte an), wird zusätzlich noch
ein Bereich der Montagewand temperiert.
Platziert man Infrarotheizplatten wie ein Bild an der Wand, entfällt der erwähnte zusätzliche Effekt
der Fußbodentemperierung. Zusätzlich entsteht eine Art „Kamineffekt“, da nun die Luft verstärkt
zwischen Wand und Heizplatte strömen kann. Dadurch kühlt die Heizplatte auf der Rückseite etwas ab und durch die hindurch strömende Luft erhöht sich der konvektive Anteil der Infrarotheizung.
Ob diese Überlegungen sich signifikant ungünstig auf den Stromverbrauch bzw. auf den Strahlungsanteil oder auf die Wärmeverteilung  auswirken, kann man nicht so einfach sagen.
Solche Dinge müßten wissenschaftlich untersucht und gemessen werden um hierzu wirklich eine fundierte Auskunft geben zu können.

Platziert man Infrarotheizungen an der Decke, kann ein Hitzestau an der Decke entstehen und die
Infrarotheizplatte könnte sich automatisch ausschalten. In kleinen Räumen mit keiner Montage-
Möglichkeit an den Wänden (oftmals in Badezimmern) muß man darauf geachtet werden, dass man die Heizplatte so platziert, dass der Kopf nicht direkt und permanent angestrahlt wird. Das wäre nicht nur unangenehm sondern auch nicht gerade gesund (heißer Kopf).

Bei der Frage „Außenwand“ oder „Innenwand“ scheiden sich, wie so oft, die Geister. Die einen sagen
so, die anderen sagen so. Also hier sind sich selbst die wissenschaftlich tätigen Experten nicht ganz
einig.

Meiner Meinung nach wäre eine reine Außenwand, also ohne Fenster, ein effektiver Montageort.
Ist diese Außenwand z.B. nicht wärmegedämmt, ist die Oberflächentemperatur dieser Wand relativ
kühl, vielleicht 14°C bis 16°C. Durch die erwärmte Rückseite der Infrarotheizung wird die Wand bzw.
wird ein Bereich der Wand entsprechend temperiert und die Wand fungiert als Wärmespeicher bzw. als eine Art „Hilfsheizung“. Eine temperierte Wand trägt positiv zu einer besseren Behaglichkeit bei.

Falls diese Außenwand sehr kalt ist, könnte man diese Wand mit einer speziellen Energiesparfarbe
innen streichen und dann die Infrarotheizplatte montieren. Eine mit Schaumstoff beschichtete Tapete halte ich dagegen nicht für sinnvoll, weil dadurch die Wand selbst nicht mehr als Wärme-
Speicher fungieren kann.

Ist diese Außenwand von außen wärmegedämmt, ist die Oberflächentemperatur dieser Wand automatisch viel wärmer. In diesem Fall ist es nahezu egal ob die Infrarotheizung an dieser Außenwand oder an einer Innenwand montiert wird.

Beachten muß man auf alle Fälle die Geometrie und die Größe des Raumes. Denn die Leistung der Infrarotheizung nimmt im Quadrat der Entfernung zur Heizplatte (Quelle) ab. Ist die Entfernung
von Infrarotheizplatte zur gegenüberliegenden Wand zu groß, kommt zu wenig Leistung an dieser Wand an. Diese kann dann nicht mehr ausreichend temperiert werden.
Die Infrarotheizplatte sollte auch nicht durch Möbel etc. zugestellt werden, sonst kann diese
Platte nicht mehr ungehindert „strahlen“. Das gilt übrigens prinzipiell auch für alle anderen
Heizungen, aber ganz besonders für Infrarot- bzw. Wärmestrahlungsheizungen.
Zumindest wird in solchen Fällen die Erwärmung des Raumes behindert. Ich denke aber,
dass dieses jedem bewußt ist. Zusätzlich muß man auch darauf achten, dass die sogenannte „Strahlungssymmetrie“ eingehalten wird. Ansonsten empfindet man eine ungleichmäßige
Wärme, d.h. man hat dann Bereiche im Zimmer, die entweder wärmer oder kälter sein können.
Natürlich kann man Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen in Räumen bewußt und
absichtlich herstellen. Man redet dann von „Zonenbeheizung“. Wenn man an Restaurants denkt,
kann eine solche Zonenbeheizung sehr sinnvoll und energiesparend sein. Wenn nur einige Tische
besetzt sind, muß man nicht gleich das komplette Restaurant beheizen. Hier genügt es, dass man
nur die Bereiche entsprechend beheizt, in denen sich die Gäste befinden.
Auch in Privathäusern mit großen Räumen (Räume ohne Türen) kann eine solche Zonenbeheizung
sehr sinnvoll sein.

Es ist jedoch nicht möglich, für alle möglichen Gegebenheiten eine allgemeingültige Empfehlung
abzugeben bzw. Regel aufzustellen. In allen Fällen sollte sich ein erfahrener Fachberater vor Ort
die Gegebenheiten genau anschauen und zum Beispiel auch Messungen durchführen (Wärmebildkamera etc.).Nur so kann man in Abwägung der Gegebenheiten und Meßwerte sowie der Wünsche des Kunden eine bestmögliche Lösung ausarbeiten und vorschlagen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>